GlaubeAktuell - Wir im Netz




SUCHE












Username:



Passwort:









Journal / Politik
„KLIMASCHUTZ HEISST KOHLEAUSSTIEG“

DER UMWELTBEAUFTRAGTE DER LANDESKIRCHE IN BADEN ZU MARRAKESCH
(Karlsruhe/ekiba) -. Der Umweltgipfel 2015 in Paris galt als Erfolg, weil sich erstmals 190 Länder - Industriestaaten, Schwellen- und Entwicklungsländer - auf ein Abkommen zum Klimaschutz geeinigt hatten. In Marrakesch ging es nun um einheitliche Messmethoden und erste konkrete Schritte zum Klimaschutz. Im Interview bewertet der Umweltbeauftragte der badischen Landeskirche, André Witthöft-Mühlmann, auch dieses Treffen durchaus als Erfolg. In Deutschland stehe der Ausstieg aus der Kohle an, die badische Landeskirche sieht er vor einem neuen Klimaschutzfahrplan 2050. Das 2009 verabschiedete Klimaschutzkonzept läuft noch bis 2020.


* Herr Witthöft-Mühlmann, wird der Klimawandel gestoppt mit dem, was in Marrakesch vereinbart wurde?

Nein, das war aber ein Jahr nach Paris auch nicht zu erwarten. Schließlich beginnen die Nationen erst jetzt, ihre Schritte zum Klimaschutz konkret zu planen. Auch der von der Bundesregierung in letzter Minute beschlossene Plan wird nicht reichen. Aber: Nicht umsonst ist eine Stärke des Paris-Vertrags ein „Nachschärfungsmechanismus“ im Fünf-Jahres-Intervall. In Marrakesch wurden vor allem sehr wichtige technische Details geklärt, damit zukünftig die Messmethoden einheitlich und somit die Treibhauseffekte einzelner nationaler Pläne vergleichbar sind. Und auch hier sind die Verhandlungen sehr schwierig. Die Konferenz hat aber deutlich das echte Bemühen der Staaten gezeigt, den Vertrag zu erfüllen. Das war wichtig, gerade vor dem Hintergrund, dass die USA zukünftig vermutlich eher bremsen in der Klimapolitik. Damit wird die aktuell sehr konstruktive Haltung Chinas noch essentieller und Europa muss seine frühere Vorreiterrolle wieder finden.


* Die EKD-Synode hat mit Blick auf Marrakesch eine Erklärung zum Klimaschutz verabschiedet. Was ist Aufgabe der Kirche?

Der Beschluss der Synode der EKD fasst gut zusammen, worauf es nun ankommen wird. Sie sieht sich als wichtige Stimme, die bei der Bundesregierung ihre Sorge äußert und die konkrete Schritte einfordert. Stichwort rechtzeitiger Kohleausstieg!
Das setzt voraus, das man als Evangelische Kirche selbst glaubwürdige Maßnahmen ergreift, um bis 2050 quasi eine post-fossile Kirche sein zu können. Das ist der letzte Teil des Beschlusses. Jede Gliedkirche sollte spätestens jetzt einen Prozess beginnen analog zum "Paris-Verfahren" und selbst Klimaschutzfahrpläne auflegen, die den Pfad bis 2050 beschreiben. Dieser Fahrplan wird viele Facetten brauchen, von der energetischen Gebäudesanierung über eine nachhaltige Beschaffung bis hin zu anderen Anlagestrategien. Stichwort Divestment!
Die Kirche hat also zwei Aufgaben: hörbar politisch Position zu beziehen und selbst sichtbar glaubwürdig zu handeln.


* Was macht die badische Landeskirche für den Klimaschutz?

Unsere Landeskirche hat bereits 2009 ein erstes Klimaschutzkonzept für den Zeitraum 2011 bis 2020 beschlossen mit dem Ziel bis 2020 40 Prozent an CO² einzusparen im Vergleich zum Jahr 2005. Die Maßnahmen hierfür betreffen Gebäude, Mobilität und Beschaffung. Das setzen wir aktuell um und sind auch im Plan. Im Jahr 2014 wurden bereits 23 Prozent CO2-Reduktion erreicht. Natürlich dürfen und werden wir als EKIBA 2020 nicht aufhören. In 2017 wollen wir als Büro für Umwelt und Energie die Diskussion anstoßen, wie ein Klimaschutzfahrplan 2050 der Landeskirche aussehen kann.


* Und wie wird der badische Klimaschutzfahrplan aussehen?

So viel kann man schon jetzt sagen: das nächste Etappenziel wird das Jahr 2030 sein und uns als BUE wird es hoffentlich gelingen, die Gremien zu überzeugen, bis dahin rund 60 Prozent Reduktion festzusetzen. Die Herausforderung für uns alle wird der notwendige gesellschaftliche Wandel hin zu einer Erneuerbaren-Energien-Welt sein und die Einsicht, dass Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sich gegenseitig bedingen und nur als Ganzes erreicht werden können. Also Stichwort "Große Transformation"! Unsere Synodalen haben schon früh die existentielle Bedrohung durch den Klimawandel erkannt und die notwendigen Maßnahmen für uns als Kirche mitgetragen. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir als EKIBA unseren gesellschaftlichen Beitrag für den Wandel auch nach 2020 leisten werden.



*******************************


--> Besuchen Sie uns auf unserer neuen Seite GlaubeAktuell - schon jetzt unter
www.glaubeaktuell.de
und ab Januar 2017 dann auch wieder wie gewohnt unter www.glaubeaktuell.net


.


Autor: Die Evangelische Kirche in Baden - 24.11.2016
Mitglied werden bei Im Gespräch von GlaubeAktuell
Wenn Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel schreiben möchten, müssen Sie sich anmelden. Falls Sie schon Mitglied sind, geben Sie Usernamen und Passwort ein. Oder melden Sie sich als Mitglied neu an. Wenn Sie mitreden möchten in der Community von GlaubeAktuell, dann melden Sie sich bitte mit einem eigenen Nutzerprofil kurz und unkompliziert an. Es sind damit keine weiteren Verpflichtungen verbunden.
Neu anmelden

Ihre Meinungen:
Bisher wurden keine Kommentare abgegeben.